Nachruf auf Ute von Wrangell

Am 27. Februar 2026 ist Ute von Wrangell gestorben. Wir trauern um unser Gründungs- und langjähriges Vorstandsmitglied des Vereins und die ehemalige Leiterin der Vernetzungsstelle für Gleichberechtigung, Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte.
Seit den 1970er Jahren war Ute von Wrangell aktiv in der Frauenbewegung: Frauenforum, Frauenhaus, kommunale Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte waren wichtige Teile ihrer Biografie. Von 1988-1993 war sie Frauenbeauftragte der Stadt Salzgitter. Von 1993-1996 war sie die erste Leiterin der Vernetzungsstelle für kommunale Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte. Die Vernetzungsstelle war auf Initiative der BAG ein vom Bundesfrauenministerium gefördertes Projekt in Trägerschaft des Instituts Frau und Gesellschaft. Der Aufbau der Vernetzungsstelle, die Vernetzung der kommunalen Frauenbeauftragten und ihre Verankerung in den kommunalen Verwaltungen war nicht nur Ute von Wrangells Beruf, es wurde zur Berufung. Um so schwieriger war die Zeit, als das Bundesprojekt auslief und die Vernetzungsstelle ihre Arbeit einstellen musste. Unermüdlich wurde nach Wegen gesucht, die Finanzierung der Vernetzungsstelle wieder zu sichern und diese notwendige Einrichtung wieder aufzubauen. In dieser Zeit war Ute von Wrangell Mitarbeiterin der Internationalen Frauenuniversität, ein Projekt, das im Ministerium für Wissenschaft und Kultur des Landes Niedersachsen angesiedelt war. Und dann die Wiedereröffnung der Vernetzungsstelle im Jahr 1998 - was für ein Erfolg! Das Land Niedersachsen ist seitdem mit dem Frauenministerium bzw. heute Sozialministerium ein wichtiger Unterstützer der Gleichstellungsbeauftragten und der Vernetzungsstelle. Bis 2008 war Ute von Wrangell die Leiterin der Vernetzungsstelle für Gleichberechtigung, Frauenbeauftragte und Gleichstellungsbeauftragte.
Zwischenzeitlich neue Aufregung: das IFG wurde geschlossen. Somit musste praktisch über Nacht ein neuer Träger gefunden werden. Gut, dass sich Ute von Wrangell bereits mit einigen Gleichstellungsbeauftragten an die Gründung des „Vereins zur Gründung einer Stiftung zur Förderung von Frauen“ gemacht hatte. Dieser Verein hatte eigentlich ein anderes Ziel. Der Name verrät es: es war die Zeit der Stiftungsgründungen, eine Frauenstiftung sollte es werden. Nun aber die Übernahme der Trägerschaft der Vernetzungsstelle. Der Name des Vereins wechselte über die Jahre, die Ausrichtung veränderte sich von der Stiftung hin zur Vernetzungsstelle und ihren Projekten. Denn es blieb nicht bei der ursprünglichen Aufgabe: Es kamen vor allem viele Internetprojekte und „Gleichberechtigung goes online“ war schon früh ein Thema, das Ute wichtig fand. Sie hatte schon Mitte der 90er Jahre Ideen eines „Schwarzen Bretts Online“ und bewies hier viel Weitsicht. Erstmal blieb es beim Archiv in Präsenz, das schnell anwuchs. Aber 2000 ging es mit den Webseiten los, besagtes Gleichberechtigung goes online, FrauenOnlineNiedersachsen mit Subdomains folgten. Für Mädchen, für Frauen in Kunst und Kultur, zu Aktionswochen und -programmen uvm. Die Mentoring-Programme zur Gewinnung von Frauen für die Kommunalpolitik waren schon immer Ausnahmezeiten in der Vernetzungsstelle.
Was alle Themen und Projekte eint: Ute von Wrangell war immer auf dem aktuellen Stand, was neue Trends und Themen anging. Wie das ganze in Projekte umzusetzen war - dafür brauchte es Mitstreiterinnen. Die fand sie insbesondere im MFAS in Niedersachsen, aber auch in Rheinland-Pfalz, das als weiteres Bundesland lange die Vernetzungsstelle mit einem kleinen Beitrag unterstützte. Neben den Projekten war das Schreiben eine große Leidenschaft. Ute von Wrangell war Diplom Pädagogin, aber am liebsten wäre sie Journalistin geworden, das hat sie mehrfach erwähnt. Und es war offensichtlich: sie hat mehrere Bücher veröffentlicht, oft mit anderen Gleichstellungsbeauftragten. Z.B. „So arbeiten Frauenbüros“ noch im Verlag des IFG, oder „Frauenbeauftragte: Zu Ethos, Theorie und Praxis eines jungen Berufs“ oder im Verein die Festschrift „Gleichberechtigung braucht Streiterinnen“. Viele Aufsätze, Broschüren und der Kalender der Vernetzungsstelle gehörten ebenfalls dazu. Die Frauenbewegungen und ihre aktiven Frauen waren für Ute von Wrangell ein wichtiger Leitfaden. Die Praxis aus der Kommunalen Verwaltung hat sie geprägt, aber eben auch immer der Anspruch auf Weiterentwicklung und „Vision“.
Nach ihrem Ausscheiden aus dem aktiven Berufsleben hat sie sich weiter den Fragen und Aufgaben der Gleichstellung gewidmet. Man traf sich auf vielen Veranstaltungen wie z.B. der Verleihung des Frauenmedienpreises oder bei Fachveranstaltungen. Der letzte fachliche Austausch fand im Archiv der Vernetzungsstelle statt, als es um den Jubiläumsband der BAG ging, für den sie interviewt werden sollte. Betroffen haben wir von ihrer Krankheit erfahren, die dann am 27. Februar zum Tod führte.
Wir finden immer wieder Spuren der Arbeit Ute von Wrangells in unserem täglichen Tun und sagen Danke für die vielen Ideen und Impulse.
Kommunalwahl in Niedersachsen
Die nächsten Kommunalwahlen in Niedersachsen finden am 13. September 2026 statt. Die Niedersächsische Landeszentrale für politische Bildung beantwortet in einer Broschüre und im Internet gestellte Fragen zur Kommunalwahl in Niedersachsen (FAQs). Zum Beispiel: Wie läuft eine Wahl ab? Worum geht es bei der Kommunalwahl? Wer darf wählen? Was passiert im Wahllokal? Darf ich ein Selfie in der Wahlkabine machen?
Die FAQs zur Kommunalwahl gibt es unter www.wahlen-in-niedersachsen.de/kommunalwahl/fragen-und-antworten
Die Broschüre in einfacher Sprache kann online gelesen, heruntergeladen oder als Druckexemplar bestellt werden.
Aktueller Kalendermonat: September 2026

Künstliche Intelligenz prägt zunehmend die Medienwelt - doch sie ist alles andere als neutral: Verzerrte Daten und fehlende weibliche Perspektiven in der Entwicklung führen oft zu geschlechterstereotypen Ergebnissen. Gleichzeitig birgt KI das Potenzial, Stereotype sichtbar zu machen, Sprache inklusiver zu gestalten und so Gleichstellung aktiv zu fördern - wenn wir kritisch mitgestalten. weiterlesen>>>
Der Unterhaltsvorschuss - Eine Hilfe für Alleinerziehende
Der Unterhaltsvorschuss ist eine wichtige finanzielle Hilfe für Alleinerziehende: Bleiben die Unterhaltszahlungen des zweiten Elternteils unter dem festgesetzten Regelbedarf, springt der Staat ein. Wer hat Anspruch, wo und wie wird der Anspruch geltend gemacht, wer muss den Vorschuss zurückzahlen? Das Bundesfamilienministerium informiert über die Regelungen zum Unterhaltsvorschuss unter familienportal.de/familienportal/familienleistungen/unterhaltsvorschuss.
Das Bundesfamilienministerium plant derzeit Änderungen beim Unterhaltsvorschuss, da die Höhe der Leistungen enorm angestiegen sei. Die Nicht-Leistung von Unterhalt gehört auch zum Themenfeld Häusliche Gewalt, nämlich der ökonomischen Gewalt. Hier finden Sie Informationen zum Thema ökonomische Gewalt.
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Stellenausschreibungen
Hier finden Sie aktuelle Stellenausschreibungen aus den Themenfeldern Gleichstellung und Frauenpolitik:
Die Stadt Löhne sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine Gleichstellungsbeauftragte mit 34,0 Std./Woche. Die Stelle ist für eine Mutterschutz- und Elternzeit bis etwa März 2027 zu besetzen. Die Vergütung erfolgt nach EG 12 TVöD . Bewerbungen sind bis zum 17.09.2026 möglich. Weitere Informationen entnehmen sie der Website der Stadt Löhne.
Der Landkreis St. Wendel sucht zum 01. Januar 2027 eine Frauenbeauftragte, unbefristet und in Vollzeit. Die Vergütung erfolgt nach EG 11 TVöD. Bewerbungen sind bis zum 17.09.20226 möglich. Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Landkreis St. Wendel.
Die Universität Freiburg sucht im Gleichstellungsbüro eine Referentin/eine Referentin (w/m/d). Die Teilzeitstelle (50%) ist befristet. Die Vergütung erfolgt nach EG 13 TV-L. Bewerbungen sind bis zum 21.09.2026 möglich. Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Universität Freiburg.
Die Stadt Nordenham sucht zum 01.12.2026 eine Gleichstellungsbeauftragte. Die Stelle ist unbefristet mit 30 Stunden zu besetzen. Die Eingruppierung erfolgt in EG 10 TVöD. Bewerbungen sind bis zum 30.09.2026 möglich. Weitere Informationen zur Stellen finden Sie auf der Website der Stadt Nordenham.
Die Stadt Dusiburg sucht ab sofort für das Referat für Gleichberechtigung und Chancengleichheit eine Gleichstellungsbeauftragte. Die Stelle ist unbefristet und in Vollzeit zu besetzen (Teilzeit möglich). Sie wird mit EG 15 TVöD bzw. A 15 LBesG NRW vergütet. Bewerbungen sind bis zum 30.09.2026 möglich. Weitere Informationen zur Stelle finden Sie auf der Website der Stadt Duisburg.
Förderhinweis Vernetzungsstelle.de
