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36. Gleichstellungs- und Frauenministerkonferenz: Niedersachsen fordert Verbesserungen im Mutterschutz für Selbstständige und bei geschlechtersensibler Gesundheitsversorgung

In Dresden fand die 36. Gleichstellungs- und Frauenministerkonferenz (GFMK) statt. Zwei Tage lang haben die Gleichstellungs- und Frauenministerinnen und -minister sowie -senatorinnen und -senatoren der Länder über diverse gleichstellungspolitische Maßnahmen beraten. Ein zentraler Schwerpunkt der diesjährigen Hauptkonferenz waren die Teilhabechancen von Frauen. So spricht sich die GFMK in dem mehrheitlich verabschiedeten Leitantrag für mehr Ressourcengerechtigkeit und ökonomische Eigenständigkeit zur Senkung des Armutsrisikos aus. In einem weiteren Beschluss geht es um die Stärkung digitaler Kompetenzen, die als elementare Voraussetzung für einen gleichberechtigten Zugang zu Bildung, Arbeitsmarkt und Daseinsvorsorge betrachtet werden.

Niedersachsen brachte sich in die Beratungen mit zwei Anträgen ein. Darin wird die Bundesregierung aufgefordert, den Abbau von Nachteilen im Mutterschutz für Selbstständige sowie einen verstärkten Fokus auf das Thema „Herz-Kreislauf-Gesundheit von Frauen“ voranzutreiben.

Gleichwertige Mutterschutzleistungen für selbstständige Frauen

Die GFMK setzt sich für eine gesetzliche Verankerung des Mutterschutzes für Selbstständige ein und bittet dazu die Bundesregierung, zeitnah Vorschläge für eine verbesserte finanzielle Absicherung vor und nach der Entbindung vorzulegen. Im Gegensatz zu abhängig beschäftigten Frauen, die während der Mutterschutzfristen über gesetzliche Schutzregelungen und finanzielle Leistungen abgesichert sind, verfügen selbstständige Frauen bislang nicht über vergleichbare Regelungen. Im Gegenteil, sie tragen häufig weiterhin das wirtschaftliche Risiko ihres Unternehmens. „Selbstständige Frauen benötigen während der Schwangerschaft und nach der Entbindung gleichwertige gesetzliche Mutterschutzleistungen wie Arbeitnehmerinnen“, betont Niedersachsens Gleichstellungsminister Dr. Andreas Philippi. „Deshalb sprechen wir uns für ein Finanzierungsmodell aus, das auf Bundesmitteln oder einem solidarischen Umlageverfahren basiert. So bauen wir nicht nur strukturelle Nachteile ab, sondern erhöhen auch die Anreize, um den Frauenanteil von Selbstständigen und Gründerinnen zu erhöhen.“ Darüber hinaus bitten die Länder um Vorschläge, inwieweit der Mutterschutz für Selbstständige auch durch (außer)betriebliche Vertretungsmöglichkeiten verbessert werden kann, um eine temporäre Weiterführung von Betrieben während der Schwangerschaft, nach der Entbindung und in der Stillzeit zu erleichtern bzw. dadurch erst zu ermöglichen.

Forschung für Frauengesundheit und mehr Gesundheitskompetenz

Des Weiteren beschäftigte sich die GFMK mit dem niedersächsischen Antrag zur Herz-Kreislauf-Gesundheit von Frauen. Die Länder begrüßen ausdrücklich die Initiative des Bundes, das Thema Geschlechtersensible Gesundheitsversorgung und somit auch Frauengesundheit zu einem Forschungsschwerpunkt auszuweisen. „Frauen werden in der Gesundheitsforschung noch immer seltener berücksichtigt als Männer – und das obwohl wir längst wissen, dass Frauen teils andere Symptome bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen aufweisen und unterschiedlich auf Arzneimittel reagieren“, kommentiert Gesundheits- und Gleichstellungsminister Philippi. „Dabei können diagnostische und therapeutische Verfahren, die vorrangig auf männlichen Referenzwerten und Krankheitsverläufen basieren, dazu führen, dass Symptome bei Frauen übersehen oder falsch interpretiert werden.“ Vor diesem Hintergrund besteht unter den Ländern große Einigkeit darüber, dass stärker als bislang entsprechende Kenntnisse vermittelt werden müssen und zielgruppengerecht aufbereitetes Informationsmaterial bereitgestellt werden muss. Außerdem befürworten die Gleichstellungsministerinnen und -minister sowie -senatorinnen und -senatoren weitere Maßnahmen für eine wirksame Prävention und Versorgung, darunter eine systematische Erfassung aller Risikofaktoren, gezielte Aus- und Fortbildungen des medizinischen Personals und gendersensible Früherkennung durch angepasste Vorsorgeuntersuchungen und Leitlinien.

Quelle: Pressemitteilung des Nds. Ministeriums für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung vom 19.6.2026

Weitere Informationen zur GFMK finden Sie unter www.gleichstellungsministerkonferenz.de 

GFMK

Frauenarmut ganzheitlich begegnen – Teilhabe stärken
Am 18. und 19. Juni tagten die Gleichstellungsministerinnen, -minister und -senatorinnen der Länder in Dresden, da Sachsen in diesem Jahr den Vorsitz hatte. Im Mittelpunkt der Beratungen stand das Leitthema: gleichwertige Teilhabe durch Ressourcengerechtigkeit und die Bekämpfung der Armut von Frauen. Die Beschlüsse der GFMK finden Sie in Kürze unter www.gleichstellungsministerkonferenz.de/dokumente-beschluesse.html. Im Jahr 2027 wird Schleswig-Holstein den Vorsitz der 37. GFMK übernehmen.

Aktueller Kalendermonat: Juni 2026

06|26 GIRL BOSS VS. GOOD GIRL
Zwischen Klischee und echter Stärke
Girl Boss vs. Good Girl. Zwischen Klischee und echter Stärke schwanken Frauenfiguren in moderner Literatur und Film oft hin und her. Überhöhung und Unterwerfung – beides ruft Kritik hervor, sei es wegen unnahbarer Heldinnen oder romantisierter toxischer Beziehungen. Doch Serien wie Arcane beweisen, dass glaubhaft geschriebene, vielschichtige Frauencharaktere begeistern können und ein Weg zu mehr authentischer Repräsentation sind. weiterlesen>>>

Termine

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26.08.2026 | Fachtag "(K)eine Frage der Klasse - Klassismus und reproduktive Gerechtigkeit"
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28.09.2026 | Fortbildung "Eingruppierungsrecht für kommunale Gleichstellungsbeauftragte nach dem TVöD"
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Stellenausschreibungen

Hier finden Sie aktuelle Stellenausschreibungen aus den Themenfeldern Gleichstellung und Frauenpolitik:

Die Region Hannover sucht zum 05.08.2026 eine stellvertretende Gleichstellungsbeauftragte für abgegrenzte Aufgabenbereiche. Die Stelle ist unbefristet und wird nach E 11 TVöD vergütet. Bewerbungen sind bis zum 23.06.2026 möglich. Weitere Informationen zu Stelle finden Sie auf der Website der Region Hannover.

Die Region Hannover sucht für die Stabsstelle Gleichstellung  zum nächstmöglichen Termine ein*e Genderkoordinator*in (m/w/d) unbefristet in Vollzeit. Die Eingruppierung erfolgt in EG 11 TVöD. Bewerbungen sind bis zum 01.07.2026 möglich. Weitere Informationen zur Stellen finden Sie auf der Website der Region Hannover.

Das staatliche Schulamt für den Landkreis Marburg-Biedenkopf sucht zum 01.08.2026 eine Frauen und Gleichstellungsbeauftragte in Vollzeit. Die Stelle ist auf 6 Jahre befristet. Bewerbungen sind bis zum 03.07.2026 möglich. Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Landes Hessen.

Der Landkreis Verden sucht eine Beauftragte für Chancengleichheit (BCA) (m/w/d) und das Maßnahmenmanagement unbefristet in Vollzeit.  Die Besoldung/Vergütung erfolgt nach A 10 NBesG oder Entgeltgruppe 10 TVöD. Bewerbungsschluss ist der 05.07.2026. Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Landkreis Verden.

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