Aktuelle Zahlen des Landesamtes für Statistik Niedersachsen (LSN) zeigen, dass Mütter noch immer viel häufiger in Teilzeit arbeiten als Väter. Dazu äußert sich der niedersächsische Gleichstellungsminister Dr. Andreas Philippi in einer Stellungnahme.
„Frauen in unserem Land können heute jeden Beruf ergreifen. Talent ist keine Frage des Geschlechts. Frauen arbeiten aber immer noch wesentlich häufiger in Teilzeit als Männer, um Familie, Pflege und Beruf unter einen Hut zu bekommen. Dies führt in der Folge oft dazu, dass Frauen in schlechter bezahlte Jobs gedrängt werden und ihre Karrierechancen eingeschränkt sind. Wer weniger verdient, kommt auch bei Vermögensaufbau und Vorsorge langsamer voran. Und: Die Ungleichheit zeigt sich ganz unerbittlich bei den Rentenbezügen, schlimmstenfalls durch Altersarmut. Nötig ist eine faire Aufteilung von Care-Arbeit auf Frauen und Männer.
Im Alltag vieler Frauen ist die strukturelle Benachteiligung nach wie vor zu spüren. Männer sollten sich mehr zu Hause einzubringen, so dass auch für Frauen gut bezahlte Arbeit und Familienzeit kein Widerspruch sein muss. Aber auch die Unternehmen sind gefordert althergebrachte Stereotype abzulegen, flexible Arbeitszeitmodelle anbieten und Frauen wie Männer gleichermaßen zu fördern und zu bezahlen. Wenn betriebliche Bedingungen familienbewusster wären, wären 45 Prozent der Mütter bereit, die Arbeitszeit im Schnitt um 8,6 Wochenstunden zu erhöhen.
Schon lange fordern wir vom Bund endlich das Ehegattensplitting abzuschaffen und das Bundeselterngeldgesetz anzupassen, um Anreize für eine gerechte Aufteilung von Care-Arbeit zu geben. In Niedersachsen werden wir mit der Reform des Gleichstellungsgesetzes (NGG) gezielt die Vereinbarkeit für alle Beschäftigten fördern, unabhängig vom Geschlecht und setzen aktiv daran, Benachteiligung aufgrund der Übernahme von Care-Verantwortung zu verhindern. Gleichzeitig wollen wir mit dem neuen Gesetz die Teilzeitbeschäftigung auch in Führungspositionen ermöglichen und uns für die entsprechende Akzeptanz einsetzen. Denn: Elternzeiten und Care-Arbeit gleichberechtigt zwischen Frauen und Männern aufzuteilen ist auch im Jahr 2026 noch immer keine Selbstverständlichkeit.“
Zu den aktuellen Zahlen des LSN geht es hier.
Quelle: Nds. Sozialministerium vom 22.1.2026



