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Das Portal aus Niedersachsen für Gleichberechtigung, Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte

Gleichstellungsminister Philippi mahnt anlässlich des Equal Pay Days 2026: „Care-Arbeit gerecht verteilen und Fachkräftepotenzial von Frauen nutzen“

Anlässlich des diesjährigen Equal Pay Day sieht der Niedersächsische Gleichstellungsminister Dr. Andreas Philippi Verbesserungen in der Entgeltgleichheit von Frauen und Männern, mahnt aber auch wichtige bundespolitische Gesetzesänderungen an:

„Frauen in unserem Land können heute jeden Beruf ergreifen. Talent ist keine Frage des Geschlechts. Frauen arbeiten aber immer noch wesentlich häufiger in Teilzeit als Männer, um Familie, Pflege und Beruf unter einen Hut zu bekommen. Dies führt in der Folge oft dazu, dass Frauen in schlechter bezahlte Jobs gedrängt werden und ihre Karrierechancen eingeschränkt sind. Wer weniger verdient, kommt auch bei Vermögensaufbau und Vorsorge langsamer voran. Und: Die Ungleichheit zeigt sich ganz unerbittlich bei den Rentenbezügen, schlimmstenfalls durch Altersarmut. Nötig ist eine faire Aufteilung von Care-Arbeit auf Frauen und Männer. Denn Frauen stellen ein bedeutendes, jedoch oft ungenutztes Fachkräftepotenzial dar. Trotz hoher Bildungsabschlüsse sind Frauen in vielen Branchen unterrepräsentiert, besonders in technischen und naturwissenschaftlichen Bereichen. Die volle Integration von Frauen in den Arbeitsmarkt kann erheblich zur Deckung des Fachkräftebedarfs beitragen und die Innovationsfähigkeit der Wirtschaft stärken.

Und: im Alltag vieler Frauen ist die strukturelle Benachteiligung nach wie vor zu spüren. Männer sollten sich mehr zu Hause einzubringen, so dass auch für Frauen gut bezahlte Arbeit und Familienzeit kein Widerspruch sein muss. Aber auch die Unternehmen sind gefordert althergebrachte Stereotype abzulegen, flexible Arbeitszeitmodelle anzubieten und Frauen wie Männer gleichermaßen zu fördern und zu bezahlen. Wenn betriebliche Bedingungen familienbewusster wären, wären 45 Prozent der Mütter bereit, die Arbeitszeit im Schnitt um 8,6 Wochenstunden zu erhöhen.

Schon lange fordern wir vom Bund endlich das Ehegattensplitting abzuschaffen und das Bundeselterngeldgesetz anzupassen, um Anreize für eine gerechte Aufteilung von Care- Arbeit zu geben. In Niedersachsen werden wir mit der Reform des Gleichstellungsgesetzes (NGG) gezielt die Vereinbarkeit für alle Beschäftigten fördern, unabhängig vom Geschlecht und setzen aktiv daran, Benachteiligung aufgrund der Übernahme von Care-Verantwortung zu verhindern. Gleichzeitig wollen wir mit dem neuen Gesetz die Teilzeitbeschäftigung auch in Führungspositionen ermöglichen und uns für die entsprechende Akzeptanz einsetzen. Denn: Elternzeiten und Care-Arbeit gleichberechtigt zwischen Frauen und Männern aufzuteilen ist auch im Jahr 2026 noch immer keine Selbstverständlichkeit. Auch mit der Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie in nationales Recht machen wir einen wichtigen Schritt. Doch die Bundesregierung muss auch sicherstellen, dass diese Maßnahmen schnell und konsequent in die Praxis umgesetzt werden, damit Frauen in jeder Lebensphase wirtschaftlich unabhängig leben können.“

Hintergrund:

Der Aktionstag, der dieses Jahr auf den 27. Februar fällt, markiert symbolisch den Tag, bis zu dem Frauen rechnerisch unbezahlt arbeiten. Ziel des Equal Pay Day ist es, die strukturellen Ursachen der geschlechtsspezifischen Lohnunterschiede sichtbar zu machen und die Rahmenbedingungen für nachhaltige Entgeltgleichheit zu schaffen. Laut aktuellen Zahlen des Landesamts für Statistik Niedersachsen (LSN) lag der bereinigte Gender Pay Gap, der Verdienstunterschied bei vergleichbarer Qualifikation, Tätigkeit und Erwerbsbiografie in Niedersachsen, stabil bei 5 Prozent und damit einen Prozentpunkt unter dem bundesweiten Wert von 6 Prozent

Unbereinigt betrachtet verdienen Frauen pro Stunde 4,10 Euro weniger als Männer. Der durchschnittliche Bruttostundenverdienst von Frauen liegt bei 21,63 Euro, der von Männern bei 25,73 Euro. Die Gender Pay Gap variiert jedoch je nach Altersgruppe. Der geringste Verdienstunterschied tritt bei den unter 25-Jährigen auf, und er steigt mit zunehmendem Alter kontinuierlich an. Die größte Differenz von 27 Prozent findet sich bei den 60- bis 64-Jährigen. Dies verdeutlicht, dass die Lohnlücke keine Momentaufnahme ist, sondern sich im Verlauf des Berufslebens zunehmend verstärkt.

Ein wichtiger Schritt zur Bekämpfung der geschlechtsspezifischen Entgeltunterschiede und für mehr Transparenz ist die Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie in nationales Recht, die bis zum 7. Juni 2026 auf Bundesebene erfolgen muss.

Quelle: Pressemitteilung des Nds. Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung vom 26.2.2026

Gleich “behandelt”? Noch lange nicht!

Anlässlich des Internationalen Frauentags 2026 lädt das Göttinger Programmkino Méliès in Kooperation mit dem Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung am 6. März 2026 zu einer besonderen Film- und Diskussionsveranstaltung ein. Im Mittelpunkt steht das Thema „Medical Gaslighting“. Die Veranstaltung verbindet Kurzfilme mit einer anschließenden Podiumsdiskussion und bietet Raum für Austausch mit dem Publikum. Weitere Informationen sowie die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier.

Website gewaltschutz-niedersachsen.de

Die Website gewaltschutz-niedersachsen.de ist eine Weiterentwicklung der Website frauenhauser-niedersachsen.de und wird vom Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung gefördert. Alle vom Land Niedersachsen geförderten Frauenhäuser aktualisieren in einem internen Bereich der Website täglich die Anzahl der verfügbaren Plätze in ihren Einrichtungen, so dass schutzsuchenden Frauen zeitnah ein freier Platz in einem Frauenhaus angeboten werden kann. Das Portal Gewaltschutz Niedersachsen bietet außerdem allgemein zugängliche Informationen zum Thema Gewaltschutz mit Schwerpunkt auf niedersächsischen Projekten und Angeboten. Kernstück der Website ist eine umfangreiche Liste mit Kontaktadressen von Frauenhäusern, BISS und Fachberatungsstellen. Ein Terminkalender weist auf Fortbildungen und andere empfehlenswerte Veranstaltungen zum Thema Gewaltschutz hin. Die Startseite hält Nutzer:innen mit aktuellen Meldungen auf dem Laufenden.
www.gewaltschutz-niedersachsen.de

Die UN-Frauenrechtskonvention. Wissen – Verstehen – Umsetzen

Unsere neue Broschüre „Die UN-Frauenrechtskonvention. Wissen – Verstehen – Umsetzen“ erläutert die Grundlagen, Ziele und rechtlichen Verpflichtungen von CEDAW. Sie arbeitet ihre zentralen Inhalte sowie ihre Bedeutung für die Gleichstellungsarbeit heraus. Sie macht CEDAW sichtbar und zeigt, welche Bedeutung die Konvention für Staat, Kommunen und Gesellschaft hat und welches rechtliche und gesellschaftliche Potenzial in ihrer konsequenten Umsetzung liegt. weiterlesen>>>

Aktueller Kalendermonat: Februar 2026

Die ARD wollte den Journalisten Thilo Mischke als Moderator der Kultursendung „Titel Thesen Temperamente“ vor die Kamera bringen. Eine erfolgreiche Protestwelle von Journalistinnen verhinderte das. Kernpunkt der Kritik: Der sexistische Ton früherer Veröffentlichungen. Die Medienfrauen fordern eine Diskussion über patriarchale Machtstrukturen im Medienbetrieb.
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Termine

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13.04.2026 | Fortbildung "Keine sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz"
29.04.2026 | Fortbildung "Genderkompetenz"
15.06.2026 | Fortbildung "Gleichstellung erfolgreich kommunizieren"
07.09.2026 | Fortbildung "Stärke: Gleichstellung - Gleichstellung stärken" Teil 1
28.09.2026 | Fortbildung "Eingruppierungsrecht für kommunale Gleichstellungsbeauftragte nach dem TVöD"
03.12.2026 | Fortbildung "Strategisches Netzwerken"

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Stellenausschreibungen

Hier finden Sie aktuelle Stellenausschreibungen aus den Themenfeldern Gleichstellung und Frauenpolitik:

Die Stadt Wilhelmshaven sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine Gleichstellungsbeauftragte unbefristet in Vollzeit. Die Vergütung erfolgt nach EG 11 TVöD. Bewerbungen sind bis zum 07.03.2026  möglich. Weitere Informationen zu Stelle finden Sie auf der Website der Stadt Wilhelmshaven.

Förderhinweis Vernetzungsstelle.de