Weiter zum Inhalt
Das Portal aus Niedersachsen für Gleichberechtigung, Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte

Handlungs­orien­tierten Sozial­bericht­erstattung 2026 erschienen - Schwerpunkt Allein­erziehende

Die Handlungsorientierte Sozialberichterstattung Niedersachsen (HSBN) liegt in ihrer 17. Ausgabe vor. Der Statistikteil wurde vom Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN) im Auftrag des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung erstellt. Schwerpunktthema des aktuellen Berichts ist die soziale Lage von Alleinerziehenden.

In Niedersachsen gab es 2025 insgesamt 248.000 Alleinerziehende. Damit war etwas weniger als jede vierte Familie (22,6 %) eine Alleinerziehendenfamilie. 144.000 Alleinerziehende lebten mit Kindern unter 18 Jahren zusammen. Ihr Anteil an allen Familien mit minderjährigen Kindern lag bei 18,3 %.

Unter den Alleinerziehenden waren Frauen weiterhin deutlich in der Mehrheit. Dies galt auch für Alleinerziehende mit Kindern unter 18 Jahren: 84,0% waren Mütter und 16,0 % Väter.

Auch die Altersstruktur unterschied sich von der in Paarfamilien. Alleinerziehende mit minderjährigen Kindern waren 2025 im Durchschnitt älter als Eltern in Paarfamilien. So gehörten 28,0 % der alleinerziehenden Mütter der Altersgruppe der 45- bis 54-Jährigen an, gegenüber 24,3 % der Mütter in Paarfamilien. Jüngere Mütter im Alter von 25 bis 34 Jahren waren unter Alleinerziehenden dagegen seltener vertreten. Bei den alleinerziehenden Vätern war die Konzentration auf höhere Altersgruppen noch stärker ausgeprägt: 41,5 % waren zwischen 45 und 54 Jahre alt, gegenüber 30,7 % der Väter in Paarfamilien.

Unterschiede zeigen sich auch bei der Erwerbsbeteiligung. Alleinerziehende Mütter mit minderjährigen Kindern waren 2025 seltener erwerbstätig als Mütter in Paarfamilien. Die Erwerbstätigenquote lag bei 71,5 %, gegenüber 78,7 % bei Müttern in Paarfamilien.

Waren alleinerziehende Mütter jedoch erwerbstätig, arbeiteten sie häufiger in Vollzeit. Unter den alleinerziehenden Müttern, die ihre Erwerbstätigkeit in der Berichtswoche tatsächlich ausübten, also nicht in Elternzeit oder Mutterschutz waren, arbeiteten 31,8 % in Vollzeit. Bei Müttern in Paarfamilien lag der Anteil bei 26,4 %. Unter den alleinerziehenden Vätern waren mehr als vier Fünftel (83,3 %) erwerbstätig. Von ihnen arbeiteten wiederum 80,1 % in Vollzeit.

Die Unterschiede spiegeln sich auch bei der Sicherung des Lebensunterhalts wider. Für 63,9 % der Alleinerziehenden wurde der überwiegende Lebensunterhalt durch eigene Erwerbstätigkeit bestritten. Bei Paarfamilien lag dieser Anteil mit 76,7 % deutlich höher. Gleichzeitig waren Alleinerziehende wesentlich häufiger auf staatliche Transferleistungen wie Arbeitslosengeld oder Bürgergeld angewiesen. Für knapp ein Viertel (23,4 %) bildeten diese Leistungen die wichtigste Einkommensquelle.

Besonders deutlich werden die Herausforderungen für Alleinerziehende bei der Armutsgefährdung. Menschen in Alleinerziehendenhaushalten waren 2025 weiterhin überdurchschnittlich häufig von Armut bedroht. Die Armutsgefährdungsquote lag bei 41,8 %. Zwar verringerte ein höheres Bildungsniveau das Armutsrisiko deutlich, dennoch lag die Armutsgefährdungsquote selbst bei hohem Bildungsstatus noch bei 26,5 %.

Diese und viele weitere Ergebnisse zu den Themen Demografie, Lebensformen, Bildung und Qualifikation, Erwerbstätigkeit, Arbeitslosigkeit, Einkommen, Armutsgefährdung, Gesundheit sowie Kinder und Jugendliche enthält die Handlungsorientierte Sozialberichterstattung Niedersachsen 2026.

Die HSBN liefert eine wichtige Datengrundlage für sozialpolitische Entscheidungen in Niedersachsen. Sie stellt Politik, Verwaltung, Verbänden sowie kommunalen Akteurinnen und Akteuren verlässliche Informationen und regionale Vergleichsdaten zur Verfügung. Im Mittelpunkt steht die Beobachtung sozialer Teilhabe und sozialer Ungleichheit. Armut wird dabei nicht allein über Einkommen, sondern auch über die Möglichkeiten gesellschaftlicher Teilhabe definiert.

Quelle: Pressemitteilung Statistisches Landesamt vom 6.10.2026 

  • Der Statistikteil mit zahlreichen Tabellen, Grafiken und regionalen Auswertungen steht auf Website des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung zum Download bereit: www.ms.niedersachsen.de/hsbn. Dort ist auch der Anlagenbericht zur Situation Alleinerziehender zu finden.

Wusstest du schon…? - Niedersachsen startet Infokampagne für werdende Eltern

Zeitgleich mit der Weltstillwoche startet das Niedersächsische Sozialministerium mit der vom Runden Tisch Geburtshilfe entworfenen Kampagne "Wusstest du schon…?". Ziel ist es, werdende Eltern und ihr direktes Umfeld möglichst niedrigschwellig auf hilfreiche Angebote rund um die Themen Schwangerschaft, Geburt und frühe Elternschaft aufmerksam zu machen. Als Auftaktthema wurde, passend zur Weltstillwoche, das Thema "Stillen" ausgewählt. Neben Inhalten für Social Media wurden Aushänge für Hebammen- und Arztpraxen sowie für andere Einrichtungen erstellt. Über einen QR-Code führen diese direkt zu weiterführenden Informationen und Anlaufstellen auf der Website des MS: www.ms.niedersachsen.de/wusstestduschon.

DGB Frauen zum Bundeshaushalt 2027

Viele Frauen werden die Sparpolitik der Bundesregierung unmittelbar zu spüren bekommen, denn mit dem Bundeshaushalt 2027 sollen etablierte familienpolitische Leistungen gekürzt werden. Und der Bundeshaushalt enttäuscht auch alle, die sich wichtige Weichenstellungen für die Gleichstellung in Deutschland erhofft hatten. Weitere Informationen auf der Website des DGB.

Sparpolitik auf dem Rücken von Frauen: Für Frauen geht es jetzt um alles!

Kürzungen beim Elterngeld, Einschnitte bei den Rentenansprüchen pflegender Angehöriger oder weniger Unterstützung von Alleinerziehenden: Die Bundesregierung treibt im Rahmen ihrer Reformpolitik Sparvorhaben voran, die Frauen besonders hart treffen. Denn nur weil der Staat Leistungen kürzt, verschwindet der Bedarf nicht. Vielmehr werden Kosten, soziale Risiken und zusätzliche Sorgearbeit in die Familien verlagert und dort vor allem von Frauen aufgefangen. Das gefährdet die wirtschaftliche Eigenständigkeit von Frauen und wirft die Gleichstellung zurück.

Die Mitmach-Kampagne „Sparpolitik – Nicht auf unserem Rücken!“, geht gegen diese Pläne vor. Ziel ist es, die Bundestagsabgeordneten von CDU/ CSU und SPD direkt in ihren Wahlkreisen anzusprechen. Es soll ihnen deutlich gemacht werden, was die geplanten Kürzungen für Frauen konkret bedeuten und sie abzuwenden.

Material und Informationen auf der Website des Deutschen Frauenrates.

Kalenderblatt Oktober 2026

Medien für Kinder prägen früh Rollenbilder - oft noch voller Klischees, die Mut mit Jungen und Fürsorge mit Mädchen verknüpfen. Vielfaltsbewusste Geschichten eröffnen Kindern dagegen neue Horizonte und stärken Selbstbewusstsein, Empathie und Gleichstellung. Initiativen wie "Klischeefrei“ oder Fachstellen unterstützen dabei mit kuratierten Medientipps. weiterlesen

Termine

Alle Termine >>>
04.11.2026 | Fortbildung "Moment mal! - Wie Gleichstellungsbeauftragte ihre beraterische Kompetenz weiterentwickeln können"
12.11.2026 | Fortbildung "Gleichstellung durch Vergabe stärken"
01.12.2026 | Monatliches Meeting für kommunale Gleichstellungsbeauftragte in Niedersachsen
02.12.2026 | Fortbildung "Stellenbeschreibung, Stellenbewertung und Eingruppierung - Grundlagen für die Gleichstellungsbeauftragte"
03.12.2026 | Fortbildung "Strategisches Netzwerken"

Newsletter

Monatlich erscheint unser kostenloser Newsletter mit aktuellen Nachrichten, Aktionen, Veranstaltungen und Veröffentlichungen. Sie können den Newsletter kostenlos abonnieren. Hier geht es zur Anmeldung. Die letzten Ausgaben finden Sie hier als pdf-Datei zum Download.

Stellenausschreibungen

Hier finden Sie aktuelle Stellenausschreibungen aus den Themenfeldern Gleichstellung und Frauenpolitik:

Das Präsidium der Universität Augsburg sucht zum nächstmöglichen eine:n Leiter:in des Büros für Chancengleichheit, unbefristet und in einem Umfang von 75%. Eine Aufstockung auf 100% ist möglich. Die Vergütung erfolgt nach EG 13 TV-L. Bewerbungen sind bis zum 16.10.2026 möglich. Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Universität Augsburg.

Förderhinweis Vernetzungsstelle.de