Januar 2027 | Kriegsberichterstatterinnen
Frauen, die dorthin gehen, wo andere wegschauen.

„Mit dem Schock, den der 07. Oktober 2023 auslöst ist in meiner Erinnerung Sophie von der Tann verbunden“. So formuliert es Charlotte Roos in ihrem Essay: „Vielen Dank nach Tel Aviv – Sophie von der Tann auf meinem Bildschirm“ auf www.radiohoerer.info.
Sophie von der Tann, eigentlich Sophie Henny Elinor Freiin von und zu der Tann-Rathsamhausen ist eine deutsche Journalistin, die von August 2021 bis Sommer 2026 für die ARD in Tel Aviv über Israel und Palästina berichtete. Vielen wird sie allerdings erst mit dem Überfall der Hamas im Oktober 2023 bekannt geworden sein. Sie studierte Theologie, Orientalistik und internationale Geschichte und hat sich mittlerweile zu einer der profiliertesten deutschen Auslandskorrespondentinnen etabliert und nutzt auch social media, um über Hintergründe aus den Krisengebieten zu berichten. Von der Tann bleibt authentisch und spricht auch offen über Emotionen und die eigene Verletzlichkeit. „Das ist die Hauptherausforderung, die wir als Journalisten haben, dass wir einerseits die Empathie brauchen und gleichzeitig brauchen wir eine Distanz dazu, um uns nicht vereinnahmen zu lassen“, so berichtet sie im SWR 3 Podcast mit Kristian Thees.
Im November 2025 wurde ihr der renommierte Hanns-Joachim-Friederichs-Preis verliehen. In der Begründung dazu heißt es: "…dass die Jury in Sophie von der Tann eine herausragende Journalistin (an)erkennt, die in einer Extremsituation zuverlässig erstklassige Arbeit liefert, die – gestützt auf ihre Kenntnis der Sprachen und Kulturen des Landes – den Menschen und ihren Schicksalen nahe ist, ohne dazu zu gehören, cool – aber nicht kalt. […] Man spürt ihre Entschlossenheit, die komplexe Wirklichkeit verständlich zu erklären."
Ebenfalls preisgekrönt ist die Islam- und Kommunikationswissenschaftlerin Katherina Willinger, die seit 2017 aus dem ARD Auslandsstudio in Istanbul berichtet. Mittlerweile leitet sie sowohl das Studio in Istanbul als auch das Studio in Teheran.
2024 erhielt sie den Grimme Preis für ihre besondere journalistische Leistung. "In ihren Beiträgen aus dem Iran lässt Katharina Willinger vor allem die Frauen zu Wort kommen und schildert ihre Eindrücke zur Lage nach den großen Protesten, die im September 2022 durch den gewaltsamen Tod der Kurdin Jina Mahsa Amini durch die sogenannte Sittenpolizei ausgelöst worden waren. Willinger erklärt in ihren Beiträgen auch immer, wie eng die Grenzen der Berichterstattung für sie sind, wenn sie zum Beispiel zum Schutz ihrer Protagonistinnen oder auch ihrer Team-Mitglieder auf Interviews verzichten muss. Das ist glaubwürdiger, transparenter Journalismus, der verantwortlich mit allen Beteiligten umgeht", so hieß es in der Begründung der Jury.
Ihr es ist wichtig, wenn es möglich ist vor Ort zu sein. "Vor Ort zu sein macht immer den Unterschied und zwar nicht nur bei Krisen, Konflikten und Kriegen, sondern um überhaupt ein Gefühl zu bekommen wie sich Stimmungen in einem Land verändern, wie die Gesellschaft tickt", so äußert sie sich in einem Beitrag zur Verleihung des Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis, den sie genau wie Sophie von der Tann erhielt.
"Ihre Reportagen beeindrucken durch Besonnenheit und kenntnisreiche Einordnungen. Willinger scheut sich nicht, undifferenzierte Bilder zurechtzurücken, gängige Klischees zu hinterfragen und die Welt auch einmal anders als durch die westliche Brille zu sehen. Dabei nimmt sie die Zuschauer mit, bleibt in einer unverschnörkelt verständlichen Sprache. Bei ihr stehen oft Menschen und Einzelschicksale im Vordergrund. So auch in ihrer Berichterstattung über die israelisch-amerikanischen Angriffe auf den Iran."
Auch die freie Journalistin Hanna Resch berichtet regelmäßig aus dem Nahen Osten. Sie hat u.a. Arabistik und Politikwissenschaften studiert und ist spezialisiert auf Themen der arabischen Welt und sicherheitspolitische Themen sowie Menschenrechtsthemen, Terrorismus, gender- und gesellschaftspolitische Themen. Im Gedächtnis ist sie allerdings vielen geblieben, da sie bei einer Liveschalte im Januar 2024 den Faden verlor und ihren Beitrag nicht zu Ende bringen konnte.
Neben ihrer Korrespondentinnentätigkeit engagiert sie sich auch in sozialen Bereichen. "Sie war maßgeblich an der Gründung einer Organisation beteiligt, die sich der Unterstützung benachteiligter Gruppen widmet. Durch gezielte Programme fördert sie Bildungsprojekte, die vielen Menschen den Zugang zu hochwertiger Bildung ermöglichen. Ihr Beitrag zu diesen Projekten hat dazu geführt, dass viele vor Herausforderungen stehende Individuen neue Chancen ergriffen haben, was sich nachhaltig auf die Gemeinschaft ausgewirkt hat", so portraitierte sie die Plattform newsbochum.de.
Quellen:
www.hanns-joachim-friedrichs.de/index.php/pressemitteilung-2025.html
Sophie von der Tann: „Da sitzt man am Telefon und denkt, was sag ich da jetzt?“, Podcast auf SWR3, www.swr3.de/podcasts/sophie-von-der-tann-da-sitzt-man-am-telefon-und-denkt-was-sag-ich-da-jetzt-100.html
Essay: Vielen Dank nach Tel Aviv – Sophie von der Tann auf meinem Bildschirm, https://radiohoerer.info/essay-vielen-dank-nach-tel-aviv-sophie-von-der-tann-auf-meinem-bildschirm/
Katharina Willinger – Wikipedia
https://www.tv-handwerk.de/trainer/
Hanna Resch: Eine bemerkenswerte Persönlichkeit in der modernen Welt - NewsBochum
Aktions- und Feiertage im Januar
1. Januar Neujahr
1. Januar Welttag des Friedens (1967 von Papst Paul VI. proklamiert und seit 1968 begangen)
6. Januar Heilige Drei Könige
27. Januar Gedenktag für die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft und des Völkermordes (Von den Vereinten Nationen als Internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust proklamiert und seit 2006 begangen)