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Das Portal aus Niedersachsen für Gleichberechtigung, Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte

Homeoffice schafft nicht automatisch mehr Vereinbarkeit

Die zunehmende Digitalisierung der Arbeitswelt bietet die Chance, Erwerbsarbeit und Familienleben flexibler zu verbinden. Gleichzeitig fällt es vielen im Homeoffice schwer, die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit zu ziehen. Wie berufstätigen Müttern diese Grenzziehung während der Corona-Pandemie gelang, als Erwerbsarbeit, Kinderbetreuung, die Begleitung des Homeschoolings und weitere familiäre Aufgaben zeitweise am selben Ort und zur selben Zeit zusammenfielen, haben Dr. Claudia Zerle-Elsäßer und Dr. Anna Buschmeyer vom Deutschen Jugendinstitut (DJI) untersucht.

In drei Befragungswellen zwischen Sommer 2020 und Frühsommer 2022 befragten die DJI-Wissenschaftlerinnen Eltern mit mindestens einem Kind unter zwölf Jahren zu ihren Praktiken und Präferenzen bei der Grenzziehung zwischen Erwerbsarbeit und Familie. In der ersten Welle nahmen 15 Mütter und 5 Väter an der Befragung teil. 19 Personen konnten in einer zweiten Welle erneut befragt werden, in der dritten Welle waren es elf Eltern.

Die Auswertungen der längsschnittlich qualitativen Studie zeigen: Die befragten Mütter bevorzugten bereits vor der Pandemie eine möglichst klare räumliche und zeitliche Trennung von Familie und Beruf. Mit dem ersten Lockdown wurden diese Grenzen durch die notwendig gewordene Gleichzeitigkeit von Homeoffice und Kinderbetreuung beziehungsweise Homeschooling vielfach aufgehoben. Im weiteren Pandemieverlauf bemühten sich die Mütter jedoch darum, sie selbst unter den erschwerten Bedingungen wieder neu herzustellen. Besonders wichtig war ihnen dabei die zeitliche Trennung.

Zum Ende der Pandemie fanden Erwerbsarbeit, Kinderbetreuung, Homeschooling und weitere familiäre Aufgaben bei den Befragten zwar häufiger am selben Ort statt als zuvor. Auch die zeitliche Vermischung beider Bereiche wurde teilweise bewusst zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf genutzt. Dennoch bevorzugten die Befragten eine klare Trennung von Erwerbs- und Familienarbeit während des überwiegenden Teils der Zeit.

Das individuelle Wohlbefinden der befragten Mütter verschlechterte sich mit dem ersten Lockdown im Vergleich zur Zeit vor der Pandemie und erreichte während des zweiten Lockdowns seinen Tiefpunkt. Erst zum Ende der Pandemie, als die institutionelle Kinderbetreuung und Schule wieder verlässlich und die Vorteile des Homeoffice nutzbar wurden, zeigte sich eine leichte Verbesserung, unter anderem im Sinne einer ausgeglicheneren Work-Life-Balance.

"Unsere Befunde deuten darauf hin, dass bei den erwerbsorientierten Müttern der Wunsch besteht, den Fokus zum gegebenen Zeitpunkt entweder ganz und gar auf den Beruf oder auf die Kinder richten zu können", schreiben Zerle-Elsäßer und Buschmeyer. Dabei sind den Autorinnen zufolge auch die Erwartungen an die eigene Mutterrolle beziehungsweise gesellschaftlich normierte Anforderungen an Mütter von Bedeutung. Bei der Frage danach, ob und wie die Digitalisierung und das Homeoffice zu einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf beitragen können, sei künftig die Ausgestaltung der Infrastruktur für Familien zu berücksichtigen. Angebote wie die Kindertagesbetreuung müssten so ausgestaltet sein, dass sie tatsächlich ausreichend Raum für Erwerbstätigkeit zu lassen.

Die Ergebnisse sind unter dem Titel "Zur Integration gezwungen: Gleichzeitigkeit von Erwerbs- und Familienarbeit bei Müttern während der Corona-Pandemie" im Sammelband "Familie, Medien, Digitalisierung" erschienen. Dieser wurde von DJI-Forschenden, darunter auch die Autorin Claudia Zerle-Elsäßer, mitherausgegeben.

Den Sammelband finden Sie hier: shop.budrich.de/produkt/familie-medien-digitalisierung/ 

Quelle: Pressemitteilung des DJI vom 28.9.2026

Wusstest du schon…? - Niedersachsen startet Infokampagne für werdende Eltern

Zeitgleich mit der Weltstillwoche startet das Niedersächsische Sozialministerium mit der vom Runden Tisch Geburtshilfe entworfenen Kampagne "Wusstest du schon…?". Ziel ist es, werdende Eltern und ihr direktes Umfeld möglichst niedrigschwellig auf hilfreiche Angebote rund um die Themen Schwangerschaft, Geburt und frühe Elternschaft aufmerksam zu machen. Als Auftaktthema wurde, passend zur Weltstillwoche, das Thema "Stillen" ausgewählt. Neben Inhalten für Social Media wurden Aushänge für Hebammen- und Arztpraxen sowie für andere Einrichtungen erstellt. Über einen QR-Code führen diese direkt zu weiterführenden Informationen und Anlaufstellen auf der Website des MS: www.ms.niedersachsen.de/wusstestduschon.

DGB Frauen zum Bundeshaushalt 2027

Viele Frauen werden die Sparpolitik der Bundesregierung unmittelbar zu spüren bekommen, denn mit dem Bundeshaushalt 2027 sollen etablierte familienpolitische Leistungen gekürzt werden. Und der Bundeshaushalt enttäuscht auch alle, die sich wichtige Weichenstellungen für die Gleichstellung in Deutschland erhofft hatten. Weitere Informationen auf der Website des DGB.

Sparpolitik auf dem Rücken von Frauen: Für Frauen geht es jetzt um alles!

Kürzungen beim Elterngeld, Einschnitte bei den Rentenansprüchen pflegender Angehöriger oder weniger Unterstützung von Alleinerziehenden: Die Bundesregierung treibt im Rahmen ihrer Reformpolitik Sparvorhaben voran, die Frauen besonders hart treffen. Denn nur weil der Staat Leistungen kürzt, verschwindet der Bedarf nicht. Vielmehr werden Kosten, soziale Risiken und zusätzliche Sorgearbeit in die Familien verlagert und dort vor allem von Frauen aufgefangen. Das gefährdet die wirtschaftliche Eigenständigkeit von Frauen und wirft die Gleichstellung zurück.

Die Mitmach-Kampagne „Sparpolitik – Nicht auf unserem Rücken!“, geht gegen diese Pläne vor. Ziel ist es, die Bundestagsabgeordneten von CDU/ CSU und SPD direkt in ihren Wahlkreisen anzusprechen. Es soll ihnen deutlich gemacht werden, was die geplanten Kürzungen für Frauen konkret bedeuten und sie abzuwenden.

Material und Informationen auf der Website des Deutschen Frauenrates.

Kalenderblatt Oktober 2026

Medien für Kinder prägen früh Rollenbilder - oft noch voller Klischees, die Mut mit Jungen und Fürsorge mit Mädchen verknüpfen. Vielfaltsbewusste Geschichten eröffnen Kindern dagegen neue Horizonte und stärken Selbstbewusstsein, Empathie und Gleichstellung. Initiativen wie "Klischeefrei“ oder Fachstellen unterstützen dabei mit kuratierten Medientipps. weiterlesen

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04.11.2026 | Fortbildung "Moment mal! - Wie Gleichstellungsbeauftragte ihre beraterische Kompetenz weiterentwickeln können"
12.11.2026 | Fortbildung "Gleichstellung durch Vergabe stärken"
01.12.2026 | Monatliches Meeting für kommunale Gleichstellungsbeauftragte in Niedersachsen
02.12.2026 | Fortbildung "Stellenbeschreibung, Stellenbewertung und Eingruppierung - Grundlagen für die Gleichstellungsbeauftragte"
03.12.2026 | Fortbildung "Strategisches Netzwerken"

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Das Präsidium der Universität Augsburg sucht zum nächstmöglichen eine:n Leiter:in des Büros für Chancengleichheit, unbefristet und in einem Umfang von 75%. Eine Aufstockung auf 100% ist möglich. Die Vergütung erfolgt nach EG 13 TV-L. Bewerbungen sind bis zum 16.10.2026 möglich. Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Universität Augsburg.

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